ÜBERGÄNGE - PŘECHODY
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Nachbericht vom 28.06.09

Das Kulturfest ÜBERGÄNGE-PŘECHODY trotzte dem Wetter und begeisterte über 3500 Menschen!
Das Programm des diesjährigen Kulturfestes (25.-27. Juni), das seit 2004 in Kooperation mit dem Altstadtfest Gmünd durchgeführt wird und sich über die  Doppelstadt Gmünd/Česke Velenice erstreckt, war diesmal besonders ehrgeizig. 48 der geplanten 52 Programmpunkte konnten trotz der schwierigen Wetterbedingungen in Kooperation mit dem Altstadtfest Gmünd durchgeführt werden.

Insgesamt über 3.500 Menschen erlebten Theater von internationaler Qualität mit zwei Österreichpremieren, einer beeindruckende Ausstellung im leerstehenden Otto Wagner Fabriksgebäude „Eisenberger", Tanzperformances mit den Break Dance Weltmeistern Nobulus, Weltmusik mit „Fruchtsalat" und „Bagamar". Gesangliche Qualität und ansteckende musikalische Spielfreude bewiesen auch Maria Rerych und „Monkeysfive“ die mit dem Regen zu kämpfen hatten. Für die Lichtgestaltung im Gmünder Schlosspark und den Visuals auf 70m² Wasserfläche sorgten diesmal „Speerspitze" und „Tagtools", DJ am Samstag Jaromír Koc.
Der eigens aus Südafrika zu ÜBERGÄNGE PŘECHODY angereiste Prof. Frithjof Bergmann zeigte in seinem Eröffnungsvortrag visionäre Möglichkeiten einer anderen Auffassung von Arbeit. Bergmanns Vortrag war ein Plädoyer für kleinregionale Kreisläufe, mehr regionaler und lokaler Eigenversorgung und Nutzung der modernen Technologien unter Einbeziehung des traditionellen regionalen Know-hows. Laut Bergmann, dem Erfinder der „New Work", würden 20 Wochenstunden sinnvoller, freudvoller, nicht angstbesetzter Arbeit pro Mensch ausreichen, um die Menschheit mit dem Notwendigsten zu versorgen und enorme kreative Entwicklungsmöglichkeiten des Individuums zu gewinnen.
 Die Ausstellung im industriearcheologischen Juwel „Eisenberger" mit Fotos von Jiri Tiller, Texten von Bernhard Schneider und einer Installation von Brigitte Temper-Samhaber setzte sich mit dem „Vergehen und Entstehen" auseinander und boten so eine künstlerische Ergänzung zur Fachdiskussion. Junge KünstlerInnen (Johannes Bode, Petra Winkler, Annalista Cannito) setzten sich mit der speziellen Lage der Stadt an der Grenze auseinander. Neben dem herausragenden Marionettenspiel von „Karomatto“(ESP/CZ) war das Theaterhighlight sicherlich der Auftritt der internationalen Theatergruppe „Décalages" (FR/CZ), die mit ihrer Österreichpremiere von „TaBalada" den beeindruckenden Schlusspunkt der internationalen Kulturbiennale ÜBERGÄNGE PŘECHODY bildeten. Sie erzählte in eindrucksvollen Bildern die japanische Sage, nach der die Jungen, die ‚nutzlos’ gewordenen alten Menschen auf den Berg Narayama zum Sterben tragen.
Die Veranstalter des größten europäischen grenzüberschreitenden Kulturfestes unter der künstlerischen und organisatorischen Leiter von Thomas und Brigitte Samhaber zeigten sich glücklich, dass trotz extremer Wetterbedingungen mit diesem Programm viele Hunderte Menschen – und nicht nur kulturinteressierte - begeistert werden konnten. Mehr als die Hälfte des Publikums waren Jugendliche.
Diese Veranstaltung wurde unterstützt von NÖ Kultur, Bundesministerium für MUKK, EU Regionalförderung, Gmünder Wirtschaft und den beiden Stadtgemeinden Gmünd und České Velenice. Im Rahmen des EU Programms ETZ wurde das Projekt "communi-action", mit Fachvortrag, Workshopreihen und Diskussionsveranstaltung, aus EU Mitteln des Fonds für regionale Entwicklung kofinanziert.

 

Artikel vom 01.06.09

"Turbulente Zeiten - Wende zur Nachhaltigkeit?"

Fachdiskussion als Auftakt des Kulturfestes ÜBERGÄNGE PŘECHODY
Donnerstag, 25. Juni, 19:00, Gmünd Palmenhaus

mit Prof. Frithjof Bergmann

Was zeigt uns die momentan so vielzitierte Krise? Welche wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Modelle haben ausgedient, - und machen diese Platz für neue? Wie werden in Zukunft Arbeit und Ressourcen verteilt? Inwieweit kann die vielzitierte Krise auch neue Ansätze einer nachhaltig wirtschaftenden Gesellschaft sein, in der Arbeit und Ressourcen gerechter verteilt sind?
Wir sind jedenfalls wieder Zeugen eines historischen „ÜBERGANGS“…

ÜBERGÄNGE - PŘECHODY wird wie 2004 auch heuer wieder einen starken inhaltlichen Input an den Beginn seines Kulturfest setzen. An diesem für Europa so interessanten Ort an der Schnittstelle zwischen Ost- und Mitteleuropa widmet man sich einem globalen Thema, das sich den Zukunftsperspektiven der Gesellschaft und Arbeit widmet.
 
Das Einleitungsreferat hält Prof. Frithjof Bergmann, der Erfinder der "New Work", einer der weltweit renommiertesten Vortragenden zu diesem Thema. Er reist extra zu dieser Veranstaltung  aus Südafrika an.
 
Im Anschluss nehmen Experten und Expertinnen aus Theorie und Praxis zum Thema Stellung und argumentieren im Rahmen einer Podiumsdiskussionen ihre unterschiedlichen Standpunkte.
Ing. Jaromír Slíva, Bürgermeister der Stadt České Velenice und Kreisrat für Wirtschaft, Kreis Südböhmen
Mag.(FH) Ursula Poindl, Regionalmanagerin Waldviertel
Karl Bauer, Unternehmer, Mitgründer der Firma NBG 
Info: Thomas und Brigitte Samhaber, 0664 150 53 48
www.prechody.eu
 


Frithjof Bergmann, geboren in Sachsen, verbrachte seine Kindheit in Österreich. Als 19jähriger gewann er mit einem Aufsatz zur “Welt, in der wir leben wollen” ein Studienjahr in Oregon von der österreichischen US-Botschaft und blieb in Amerika.

Wie viele Einwanderer schlug er sich zunächst als Tellerwäscher, Preisboxer, Fließband- und Hafenarbeiter durch. Später schrieb er Theaterstücke und lebte fast 2 Jahre lang als absoluter Selbstversorger auf dem Land bei New Hampshire bevor er ein Philosophiestudium begann.
Er studierte an der Eliteuniversität Princeton, promovierte mit einer Arbeit über Hegel und erhielt Lehraufträge in Princeton, Stanford, Chicago und Berkeley.
In den Jahren von 1976 bis 1979 unternahm er viele Reisen in die ehemaligen Ostblockländer. Dort begann durch die Erkenntnis, dass der Kommunismus keine Zukunft mehr hat, seine Auseinandersetzung mit dem Kapitalismus und die Idee, ein funktionierendes Gegenmodell zu entwickeln: Die Anfänge der Bewegung der Neuen Arbeit.

Von 1978 an hat er einen Lehrstuhl für Philosophie, später auch für Anthropologie an der University of Michigan, Ann Arbor, inne.

1984 gründet er zusammen mit General Motors das erste Zentrum für Neue Arbeit in der Automobilstadt Flint in Michigan. Seitdem sind einige solcher Zentren in verschiedenen Ländern (darunter auch Deutschland) entstanden. New Work wurde zur Lebensaufgabe von Frithjof Bergmann. Er ist Verfasser zahlreicher Publikationen über ökonomische, politische und kulturelle Themen und berät neben Regierungen, Firmen, Gewerkschaften und Kommunen auch Jugendliche und Obdachlose in Fragen der Zukunft der Arbeit und der Innovationsfreudigkeit.

Seine Ansätze vertritt er in den USA und Europa, aber auch in den Ländern der Dritten Welt. Zur Zeit berät er die südafrikanische Regierung und wird in enger Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Wissenschaft und Technologie die Idee der Neuen Arbeit in Südafrika umsetzen.

Artikel vom 25.05.09

ÜBERGÄNGE PRECHODY 09                                                                                                            

25. bis 27. Juni 2009

Verbindendes an der Nahtstelle

Die internationale Kulturbiennale wird heuer wieder gemeinsam mit dem Gmünder Altstadtfest stattfinden und die Städte Gmünd und České Velenice zu einem Festplatz machen.

Seit 2004 existiert das Kulturfest ÜBERGÄNGE PRECHODY unter der Leitung von Brigitte und Thomas Samhaber in Gmünd und České Velenice, seit 2005 in zweijährigem Rhythmus, als internationale Kulturbiennale. An diesem Fest, das in immer neuen Formen an der Nahtstelle zwischen Ost- und Westeuropa agiert, nehmen über 50 KünstlerInnen und rund 7000 Menschen teil. Es hat sich regional etabliert, wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet und hat auch international viel Beachtung gefunden. Es wurde zu einem Beweis, dass Kunst und Kultur Grenzen überwinden und Menschen verbinden kann.

Neben Bewährtem, wie die abendliche Lichtshow im Schlosspark, der Busshuttle, Ausstellungen, Theateraktionen und Musik, sind für heuer zahlreiche Neuerungen geplant. Die Eröffnung soll bereits am Donnerstag im Rahmen einer Doppelstadtrundfahrt und einer prominent besetzten Podiumsdiskussion erfolgen.

Zusätzlich werden in verschiedenen Bereichen (urban dance, Multimedia, Theater und Bewegung) Workshops für Jugendliche angeboten. Ein Kanutaxi auf der Lainsitz ermöglicht ein Befahren der Staatsgrenze und ein bequemes Erreichen der verschiedenen Festplätze in beiden Städten.

Zu den heurigen Highlights zählen Décalages, ein poetisches Open Air Theater, das im Gmünder Schlosspark erstmals in Österreich zu sehen sein wird, die Errichtung von Granitskulpturen durch Josef Andrle (CZ), Gabriele Berger (A) als Bestandteil eines weltweiten Steinwegenetzes.
Die Grazer Musikerformation Monkeysfive, rund um die großartige Sängerin Maria Rerych, wird Freitags sowohl in České Velenice als auch in Gmünd auftreten und erstmals gemeinsam mit MusikerInnen aus Tschechien live zu erleben sein. Mit dabei auch der tschechische Gitarrist und Sänger Jiří Fryč & kolektiv. DJ line Samstag Nachts auf der Teichbühne mit Jaromír Koc!

Verfallende Plätze aufgespürt hat der international renommierte Fotograf Jíří Tiller. Er zeigt die „Rückkehr der Natur“ als Ausstellung in Text und Bild.
 

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